Tuesday, 1. september 2009 2 01 /09 /Sept. /2009 16:14

Buenos dias und so weiter,

ich berichte euch aus dem Land, dessen Praesident wohl der erste welteit ist, der die Schweinegrippe hat :-D
Die Kolumbianer baupte natuerlich im Spass, dass Hugo Chavez ihn bei der Lateinaerika Konferenz angesteckt haette... Die kolumbianischen Medien haben recht populistische Angewohnheite, um ueber ihr Nachbarland zu berichten - ebenso ist es mit Ecuador.  Ist halt bloed zwischen zwei semi-sozialistischen Laendern eingequetscht zu sein und dann mit den USA zukollaborieren.
Naja, der intellektuelen Tiefflieger-Bevoelkerung dieses Landes (ich hab echt noch nich viele Leute kennengelernt, die ihren Kopf nicht nur zum tragen einer Muetze benutzen) gefaellts - die koennen am Nationafeiertag (war am 7. August) wenigstens zum Anlass de Feuerwerks eine grosse, mit "Hugo Chavez" betitelte Strohpuppe untergrossem Jubel anzuenden. Ich will jetzt keine Vergleiche anbringen, aber ein bisschen schockiert hats mich schon.
Ich schreibe jetzt aber nicht seit lange wieder was in den Blog um uber irgendwelche unuebersichtlichen politiscen Begebenheiten hier zu schreiben - ueber die koennt ihr dann in 20 Jahren in einem meiner zahlrichen wissenschaftlihen Werke, die ich bis dahi veroeffentlicht hab, nachlesen.
So erst mal uer alle, die noch auf dem alten Stand sind: ich bin wieder total gesund - hatte halt ne richtig drbe Mandelentzuendung und war ne Woche lang ziemlich tot. In der Zeit hab ih mich auch gefragt, ob ich das alles durchhalt und meine Entshcheiung hierher zu kommen in Frage gestellt, was man in so einer Situatin halt macht, blabla die ganze Palette halt...
Aber jetzt weiss ich, dass es auf jeden Fall geil ist - unbeschreiblich. Ich erlebe immernoch so viel neues, positiv wie negativ.  Das ganze Leben ist halt anders und auch wenn es stark von Machismo, Reggaeton und Busfahrern, die fahren als haetten sie grad ne halbe Apotheke gefressen, gepraegt ist, komm ich hier super zurecht- man muss halt offen fuer neues sein^^
Kommen wir mal zu meinen Arbeitsbereichen, die immer zahlreicher werden.
Der Deutschunterricht in der Schule klappt gut, die Schueler haben zwar nicht so wirklich den Plan, aber wenigstens Interesse (vielleicht auch weil ich der huebsce Deutsche bin). Man muss hierbei bemerken, dass die Schule frueher eine Maedchenschule war und heute immernoch 90% der 1800 Schueler Maedels sind und diese Tatsache kombiniert mit nicht vorhandener Schuechternheit (die Kolumbianer haben sowas einfach nicht) brngt mich regelmaessig in den Mittelpunkt des Geschehens und an den Rand der Verzweiflung. So ambivalent kann Beruemtheit sein hahaha. Nee ist aber nicht allzu schlimm, ich werd zwar dauernd auf der Strasse von wildfremden Leuten angsprochen, aber es it nich so nervig.
Die Arbeit im neu gebauten, ausgelagerten Ghetto San Cristobal auf den Bergen von Medellín ist nur landschaftlich schoen, mit der grandiosen Aussicht, die man von dort oben auf diese beeindruckende Stadt hat. Wenn man sih dann umdreht, gucktman auf einen riesigen Platenbau-Bezirk, der nicht enden will, und immer noch vergroessert wird. Durch solche Umsiedlungen schafft sich die Alcadía (Stadtverwaltung) die Slums aus der Innenstadt, loest aber nicht das eigentliche Problem, kann man irgendwie bei der Fuelle an Problemen und dem Mangel an Gelditteln auch nicht erwarten. Jedoch ist Geld nicht ie Loesung. ICh glaube, man koennte den Kindenr und Jugendlichen in diesem Bezirk viel helfen, wenn man einfach mehr Arbeitskraft haette, aber da ich da nur einmal die Woche hinkann (ewig weit weg und niedrigere Prioritaet vor anderen Projekten), ist das ganze nicht wirklich sinnvoll, weil sowohl rictige Unterstuetzung, als auch eine Konstante, was mir als am Noetigsten erscheint, fehlt. Des weiterenist s dort auch nicht ungefaehrlich, letzte Woche gab es 3 Morde und staendige Strassenschlachten zwischen Gangs und Polizei. Das findetabr nur nachts Stadt, tagsueber geht da ueliche Vagabunden-Ghetto-Leben weiter.
Besser gehts mit den Strassenkindern im Patio in der Medelliner Innenstadt, auch wenn ich dortauch noch nicht s oft war. Der Patio istsozusagen ein "Auffang-Heim" fuer ehemelaige Strassenkinder. Hier wohnen, essen und spielen sie und kriegen ausserdem Schulunterricht. Der Patio ist ein Kooperationsprojekt von der Schule, die ich bereit erwaehnt habe, da die Obernonne (die schule wird von Salesianerschwetsern geleitet) frueher, in den ganz schlimmen Zeiten der "Violencia" ganz viel in den gefaehrlichsten Bezirken unterwegs war und geholfen hat und dabei ihr Leben im Altag riskiert ha, wofuer ich urbigens einen RiesenRespekt vor ihr hab...
Naja auf jeden Fall gehen halt immer Schueler und STudenten dort in dne Patio und machen Aktivitaet mi den Kindern, von Schulaufgaben ueber Sport bis hin zu einem theaterstueck,dass wir grad verscuehn. Ist natuelich alles sehr schwer, wie man sich vorstelen kann, macht abertrotzdem viel SPass, weil auch wenn nur ein Kind gescheit mitmacht und danach Danke sagt ha man schon viel erreicht. Ausserdem haben wir 3 der Kinder aus dem Patio in unser Theaterstueck, welches wir mit dem deutschen Professor an der Schule aufgefuehrt haben, integrieren koennen.
Da waeren wir gleich mal beim groessten Projekt - dem Theater. Die Kooperation zwischen Kolumbien und Deutschland ist zum grose Teil durch Theater gepraegt, wo ich mich natuerlich auch beteiligt hab. Da die Schule eine Don Bosco-Schule ist (um Religion kommt man hier nich rum) und dieses Jahr 50-jaehriges Jubilaeum hat, musste das Stukc natuelrch irgendwas damit zu tun haben. Aso hat der Theaterprofessor mit dem ich hier bn, ein tolles Stueck ueber den Heiligen Don Bosco geschrieben, das durchaus rcht modern war. Mit einem Riesenensemble (fast 90 Schueler und Schuelerinnen) haben wir das eingeprobt, was alles gut geklappt hat, bis auf die Tatsache, dass wir sehr unter Zeitmangl standen, und alles auf den letzten Druecker gemacht haen. Ich hab nur 2 kleine Rollen im Stueck gespielt, weil ich mich fuer Musik und Technik veratwortlich gefuehlt hab, was auch ein ziemlicher aufwand war, da wir ja "teatro corporal" macen, also mit so Taenzen und Choreogrfien drin, was aber super klappt und recht interessant ist
Naja jedenfalls waren die ganze letzte Woche immer morgens zwei Auffuehrungen fuer Schuelergruppen aus der ganzen Umgebung und freitag und samstag abnds sollten dann die grossen Auffuhrungen fuer die Gesamtbevoelkerung sein. Freitag konnte auch regulaer stattfinden, samstag jeden nicht mehr. Sehr amuesant war hierbei, dass wir eine Stunde vor Beginn an die Schule kamen um alles vorzubereiten und von den Nonnen wieder weggeschickt wurden, da diese alls gecancelt haben, angeblich, weil frietags abends vor der AUffuehrun mit irgendwelche Drogen gedealt rdne sei, und sie das in Verbindung mit der Schule nicht verantworten koennten. In Wirklichkeit glaebn wir was anderes - das Steuck war zu modern, und diese konservativen, fast reaktionaeren Gurken wollen nicht, dass das viele Leute sehen.  Allerdings gab es hierzu noch einen Haufen anderer Ereignisse, die zu kompliziert zus childern sind und ehrlichgesagt hab ich auch nich so ganz durchgeblickt. Ich bin dann Samstag abend haltmal saufen gegangen...
Jedenfalls gibt es jetzt viel Diskussionsstoff wegen der ganzen Sache, weil das auch nicht so oeffentlih gemacht werde soll. Dem Profe passt das antuerlich gar nicht, weil er seine Arbeit in Frage gestell sieht, was auch durchaus verstaendlich ist. Der sieht sich jetz grad schon nach anderen Moeglichkeiten hier Theater zu spielen um - knallhart :D
Ich sehe das auch so, dass wir fuer die Schule ein grosser Verlus aere, denn dieses Theater ist hir ein Rieseevent und wir Deutschen geniessen auch fuer alles was wir tun grosse Anerkennung, aber gut, ich halt mch da raus...
Am Donnerstag flieg ich erst mal mit dem Professor nach Bogota um unsere AUffuehrungen dort und in der Umgebung vorzubereiten, die ganze Gruppe kommt 3 Tage spaeter nach. Das wird sicher sehr spassig :D
So ich mach jetzt mal Schluss, weil ich gleich nach Medellín geh um mir mal die Stadt n bischen mehr anzuehn usw.
Ich werde demnaechst (ih versprechs) uch noch ein bisschen emhr vom privaten berichten, was ich jetzt noch ganz ausgelassen hab, ich Arbeitstier :D
Viele Gruesse aus dem Kokaland.
Bis bald.
und ich freue mich immernoch ueber Mails...
Euer Jannik

von Jannik
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